LCT ONE – der erste Lifecycle Tower der Welt

LCT ONE – der erste Lifecycle Tower der Welt

Der erste Holzhybridhochbau der Welt setzt neue Maßstäbe im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Lebensqualität. Der Gebäudeautomatisierungsspezialist Beckhoff spielt dabei keine unbedeutende Rolle.

Nicht umsonst trägt der LifeCycle Tower (LCT) in Dornbirn die Nummer Eins. Denn niemals zuvor wurde ein Gebäude dieser Art errichtet. Der LCT ONE sorgte und sorgt international für Aufsehen und setzt Maßstäbe in jeglicher Hinsicht. „Wir müssen in Zukunft so bauen, wie wir leben wollen – gesünder, nachhaltiger, ressourcenschonender und energieeffizienter“, so Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Cree GmbH. Cree – der Name ist der naturverbundenen Lebensweise der Ureinwohner Amerikas entlehnt und steht für Creative Resource & Energy Efficiency – will mit innovativen Strategien Impuls- und Ideengeber für einen besseren Umgang mit der Natur sein. Neue Ansätze sollen den Ressourcen- und Energieeinsatz im gesamten Lebenszyklus von Gebäuden vermindern und den Erfordernissen des Klimawandels Rechnung tragen.

Nachhaltige Entwicklung unabdingbar

Die Bauwirtschaft verursacht mit ihrer herkömmlichen Bauweise 30 - 40 % des heutigen Ressourcen-und Energieverbrauchs und ca. 40 % des momentanen Abfallaufkommens und CO2–Ausstoßes. Damit gehört diese Branche zu den größten Umweltverschmutzern der Welt. Ressourcenverknappung, der globale Trend zur Urbanisierung, die drohende Erderwärmung, die wir mit unserem unbedachten CO2-Austoss täglich beschleunigen, sowie die anstehende Digitalisierung, die sich in Form des sogenannten Internets der Dinge (IoT) schon heute bemerkbar macht, stellen unsere Industrie vor völlig neue Herausforderungen. Ziel muss es sein, im gesamten Gebäudelebenszyklus – von der Planung und der Konzeption über den Bau, die Instandhaltung und die Nutzung bis hin zur Nachnutzung – bei verbessertem Komfort, erhöhter Funktionalität und Sicherheit deutlich weniger Ressourcen zu verbrauchen und die CO2-Bilanz maßgeblich zu verringern. „Angesichts der Tatsache, dass drei Viertel des Energiekonsums auf Städte entfallen und zudem der Energiebedarf der Bauwirtschaft stetig wächst, müssen wir auf diese Rahmenbedingungen reagieren“, erläutert Hubert Rhomberg seine Beweggründe für die langjährige Auseinandersetzung mit dem Thema. „Wir sehen die Zukunft in der Bau- und Immobilienwirtschaft klar im Green Building und der Entwicklung von ressourcen- und energieeffizienten Konzepten, die den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie betrachten.“ Eine Veränderung der Muster in der natürlichen Ressourcennutzung ist daher auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung unabdingbar. Das „Bauen“, wie wir es heute kennen, muss völlig neu gedacht werden. Cree hat sich dieser Thematik schon vor über zehn Jahren angenommen und in einem ersten Schritt mit dem LCT ein Bausystem geschaffen, das zwei entscheidende Komponenten eines ressourcenschonenden, ganzheitlichen Baustils zusammenbringt: den Holzbau und den Systembau.

Holz hat eine Menge von Vorteilen

Bauelemente aus Holz können höchst präzise bearbeitet und industriell vorgefertigt werden. Weitere zentrale Eigenschaften von Holz sind die gute Wärmeisolierung, seine hohe Festigkeit sowie Langlebigkeit und Brandbeständigkeit. Brandversuche haben gezeigt, dass sich bei Temperaturen über 200°C eine Holzkohleschicht bildet, die die darunterliegenden Holzschichten isoliert und somit im Vergleich zu Stahl eine geringere Einsturzgefahr darstellt. Damit entspricht Holz als Baustoff modernsten Sicherheitsanforderungen. Ein weiterer Vorteil ist das im Verhältnis zum Volumen geringe Eigengewicht mit dem Potenzial, das Gebäudegesamtgewicht um bis zu 50 % zu verringern. Im Falle des LifeCycle Tower ONE, des weltweit ersten im LCT-System gebauten Gebäudes, ist dieses um ein Drittel geringer als das Gewicht eines vergleichbaren Stahlbetonbaus. Als wichtiger Aspekt ist zudem zu sehen, dass Holz auf allen Kontinenten verfügbar ist und durch Abbau vor Ort eine regionale und nationale Unabhängigkeit im Rohstoffbezug schafft, was vor hohen Rohstoffpreisen schützt.

Ziel einer möglichst hohen Ressourcenproduktivität

Beim LCT-System von Cree handelt es sich um ein standardisiertes, universell einsetzbares Baukastensystem. Im Vergleich zu anderen Holzhochbauprojekten verfolgt Cree einen „Top-Down“-Ansatz, bei dem alle Komponenten so geplant werden, dass sie bei einer Internationalisierung an die Anforderungen und Regulierungen in den jeweiligen Ländern angepasst werden können. Darüber hinaus können die LCT-Systemkomponenten von ortsansässigen Unternehmen hergestellt werden und bieten so Chancen für das lokale Handwerk und die regionale Holzwirtschaft. Während andere Holzbauprojekte darauf abzielen, möglichst viel Holz einzusetzen, ist es Ziel des LCT-Konzeptes, eine möglichst hohe Ressourcenproduktivität zu erreichen. D. h. Holz als Baustoff macht zwar den Großteil des LifeCycle Tower-Systems aus, es wird aber nur dort eingesetzt, wo es auch sinnvoll ist. Es wird also die Menge an Holz genutzt, mit der ein Optimum an Ressourceneffizienz gepaart mit entsprechender Funktionalität erreicht werden kann. Ein Beispiel sind die Hybrid-Decken, bei denen neben Holz auch Stahlbeton verwendet wird, um ein Optimum an Schall-, Lärm-, und Brandschutz zu erzielen. „Nach der intensiven Zusammenarbeit mit verschiedensten Forschungsinstituten und Behörden und den vielen aufwändigen Brandtests, ist die Konstruktion aus Holz und Stahlbeton nun so perfekt, wie wir es uns erhofft haben. Auch in der Zukunft ist es unser Ziel, die Kompetenzen verschiedenster Experten zu bündeln und weitere Entwicklungspartner bei unseren Projekten zu integrieren“, so Hubert Rhomberg.

Vom Bürogebäude zum Hotel, vom Hotel zum Wohnhaus – oder zurück.

Jedes Gebäude dient einem bestimmten Zweck. Was aber, wenn sich dieser Zweck ändert? Nichts in unserer Welt unterliegt dem Stillstand – für Cree ein guter Grund, das bisherige Wissen über Architektur zu überdenken und durch einen wichtigen Begriff zu bereichern: dynamische Individualität. Bislang sind die meisten Gebäude statische Gebilde. Die dynamische Gebäudetechnologie von Cree hingegen verändert mit intelligentem Systembau die Regeln. Durch im Cree-System berücksichtigte Um- und Rückbaumaßnahmen bleibt ein LifeCycle Tower, auch hinsichtlich der erforderlichen Gebäudetechnik, während seines langen Lebenszyklus ganz nah an seinen jeweiligen Anforderungen. Immer mehr Bestandteile unseres täglichen Lebens passen sich dem Menschen flexibel an und sind individuell erweiterbar. Verglichen mit der digitalen Welt kann ein Gebäude selbstverständlich nicht täglich neuen Gegebenheiten folgen – aber als Mittelpunkt unseres Lebens muss Architektur in Zukunft mehr Flexibilität bieten. Oder schon heute: Mit dem Cree-System lassen sich einzelne Gebäude-Einheiten den dynamischen Veränderungen der Bewohner in Punkto Energieverbrauch, Haustechnik oder Sicherheit anpassen. Woraus ein völlig neues Denken hinsichtlich der Gebäude- und auch Standortplanung entspringt.

Schlüsselfertig in 6 Monaten – von 0 auf 100 Meter.

Der systemischen Bauweise von Cree folgend lassen sich Hochhäuser mit bis zu 30 Stockwerken und bis zu 100 Metern Höhe in nur 6 Monaten errichten. Die patentierte Komponententechnologie revolutioniert durch serielle Vorfertigung außerdem nicht nur das qualitativ hochwertige und dennoch kosteneffektive Bauen selbst, sondern auch das bisherige Bild einer Baustelle: Denn im Cree-System erfolgt die Errichtung jedes Gebäudes mittels einer erheblich staub- und emissionsreduzierten Montage am Bauplatz, statt des herkömmlichen Aufschichtens von Stein um Stein.

Digitalisierung und das Internet der Dinge

In naher Zukunft werden wir Milliarden von Dingen haben, die im Netz hängen – nicht nur unsere Armbanduhr. Jede Lampe, jedes Haustechnikteil wird mit einer Cloud verbunden sein. Dabei entziehen die Geräte der Umwelt selbstständig die Energie, die sie zum Funktionieren brauchen. Wir müssen künftig also auch ‚Bauen‘ völlig neu denken. Die Digitalisierung und das IoT werden auch vor der Bauindustrie nicht Halt machen, Teile werden selbst intelligent sein und Bauen anders und neu definieren. Deshalb muss bereits im Planungsprozess entschieden werden, welche Anforderungen an die Immobilie gestellt werden. Am kybernetischen Tisch sitzt künftig ein Team aus Architekten, Stadtplanern, Technikern und Inneneinrichtern. Sie entwerfen dann ohne Abstimmungsprobleme sowie ohne Verzögerungen auf Basis von BIM (Building Information Modelling, ein digitales Gebäudemodell) das Smart Building des Kunden und setzen es um. Systematische Planung, flache Kooperationsstrukturen, das Denken in Lebenszyklen und die Anbindung ans Internet der Dinge verwandeln das Gebäude der Zukunft dadurch in einen intelligenten, energieautarken Organismus.

Vorsprung eingebaut – Die integrale Gebäudeautomation von Beckhoff

Die Anforderungen an die Intelligenz eines Gebäudes sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, wobei die Energieeffizienz sowie ein optimales Return of Investment im Vordergrund stehen. Die intelligente, gewerkeübergreifende Gebäudeautomation unterstützt die Idee des nachhaltigen, energieeffizienten Bauens und Wohnens. Für die Gebäudeautomation bietet Beckhoff die Technologie, die alle einzelnen Gewerke der Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Zutritt, etc.) vernetzt und ermöglicht das Erfassen und Analysieren sämtlicher Daten im Gebäude. Bei dem Projekt des LCT One Towers wurde von dem Beckhoff Partner Stiwa eine ganzheitliche Gebäudeautomation realisiert, die folgende Aufgaben erfüllt:

  • Vernetzung der gesamten Gebäudetechnik
  • Logisches und anwendbares Interface für den Nutzer
  • Energiemessung und die Erfassung der wichtigsten Energieflüsse
  • Vollständiges Energie-Monitoring für die gesamte Gebäudetechnik 

Die übergreifende Gebäudeleittechnik koordiniert folgende Gewerke:

  • Beleuchtung
  • Beschattung
  • Zutrittsystem
  • Gesamt- und Raumbedienkonzept
  • Lüftung
  • Heizung
  • Energiemanagement

Kurzinterview mit Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Cree GmbH.

Herr Rhomberg, wie wird die Qualität einer Immobilie definiert? Zeitlos, ganz einfach. Die Immobilie muss technologisch leicht auf dem aktuellen Stand zu halten sein. Sie muss das Wohlbefinden fördern, unterstützen und natürlich auch wirtschaftlich sein. Wir haben 10 Jahre lang behauptet, wer vorher mehr investiert, wird nachher mehr Geld sparen. Richtig heißen müsste es, wer vorher mehr investiert, hat hinterher auch mehr gekauft und muss mehr instandhalten. Das beste Material, umfangreiches Wissen und die richtige Technologie – diese drei Faktoren werden daher die nächsten Bauprojekte prägen.

Wer definiert die Qualität einer Immobilie? Der Endkunde. Früher oder später wird der Käufer mit einer 3D-Brille bereits vorab durch sein zukünftiges Haus spazieren und sich die Komponenten wie Jalousien, Fenster, Böden usw. selbst aussuchen, und überall ist ein Preisschild hinterlegt. Wir reden dann wie beim Auto von einem Basispreis plus Zubehör.

Welche Werkzeuge benötigt man, um Immobilien zu erzeugen, die den Ansprüchen der ökologischen Anforderungen gerecht werden und dabei noch wirtschaftlich darstellbar sind? Man muss ganz einfach die teuersten Dinge weglassen. Das teuerste der gesamten Wirtschaft und aller Unternehmer hat 3 Buchstaben – das Ego. Wenn wir also das Ego weglassen, dann kommen wir automatisch dahin, dass wir Wissen teilen und uns in offenen Plattformen bewegen. Es entstehen eine ganz andere Geschwindigkeit und Dynamik in den Projekten. Die Zukunft ist das Skalieren von Ideen, das Teilen von Konzepten und Prozessen, das Miteinander.

Welchen Stellenwert hat Gebäudequalität am Immobilienmarkt? Momentan wissen die Kunden vorher noch gar nicht, was sie wirklich wollen. Ich glaube, der Anspruch an Qualität wird eher zunehmen. Es wird aber auch der Wunsch nach natürlichen, nachhaltigeren Lösungen und Baustoffen zunehmen. Das Bewusstsein in der Gesellschaft hat sich hier stark zum Positiven verändert. Mit Energie- und Ressourceneffizienz, einem massiv reduzierten Carbon-Footprint, nahezu halbierten Umsetzungszeiten, niedrigen Lebenszykluskosten und modernsten Sicherheitsanforderungen setzten wir hier mit unserer Cree-Plattform einen Meilenstein.